Mein Herz hatte keine Chance

Hallo liebe Leser*innen,

ja, nach langer Zeit ist dann auch mal wieder ein neuer Blogbeitrag online. Wie die meisten wissen, schreibe ich überwiegend über das Thema „Liebe“ und die unterschiedlichen Facetten. Die Inspiration für den folgenden Text erhielt ich durch eine Bekannte. Es handelt sich um eine Situation, die wahrscheinlich schon viele durchgemacht haben; Herz gegen Kopf und dabei gewinnt am Ende das Haupt der Vernunft, während das Herz mit jedem Schritt Entfernung von einer Person immer sehsüchtiger nach diesem Menschen verlangt. In dem Text habe ich versucht, genau diese Situation zu beschreiben.

Mein Herz hatte keine Chance und ich musste gehen – doch du bist immer noch da

Es heißt, dass der Anfang schwer ist. Aber was ist, wenn der Beginn mit voller Leichtigkeit hinter einem gelassen wird und man sich dafür in einem niemals endenden Loop des Endes befindet? Ich musste gehen, denn mein Herz hatte keine Chance gegen die Stimme, die mich auch heute anschreit, dass es die richtige Entscheidung war. Die einen nennen sie Rationalität, aber für mich ist sie wie der Plagegeist, der mich in den Wahnsinn treibt. Dass das Herz alles ist, worauf man hören sollte, hat mich in ein Labyrinth der Gedanken geführt, in dem ich jetzt verzweifelt nach einem Ausweg suche. Für welchen Weg ich mich auch entscheide, sie scheinen alle allein zu dir zu führen. Ohne dich fühle ich mich wie die Hälfte von dem, was einst eine wunderschöne Melodie ergab. Doch allein bin ich nur wie ein leises Klimpern, das von der ohrenbetäubenden Stille der Einsamkeit übertönt wird.

Ich höre unsere Lieder und würde am liebsten das Radio gegen die Wand werfen, aber schwelge in Erinnerungen. Erinnerungen an die Zeiten, in denen das Herz der Kompass und die Vernunft nur unnötiger Ballast war. Der dann jedoch zu einer Last wurde, die wir nicht mehr tragen konnten. So oft frage ich mich, wo du gerade bist und wie es dir geht und weiß, dass du wahrscheinlich auch in dem Moment in die Sterne siehst. Dort treffen sich unsere Blicke und die Gedanken an eine Zukunft, die nicht von „was wäre, wenn“ geprägt sind. Dann senke ich meine Augen und sehe, dass ich immer noch deine Bilder in einem Ordner mit dem Titel „Lieblingsmensch“ habe.

Beim Durchscrollen erwische ich mich beim Lächeln und versuche es zu unterdrücken. In meiner Illusion stehe ich auf und springe in den nächsten Zug, der mich auch nur ein Stück näher zu dir bringt. Aber in Wahrheit sitze ich wie gelähmt auf dem Stuhl und versuche die Fotos zu löschen. Ein gescheiterter Versuch, den ich schon oft unternahm und der mich zumindest glauben lässt, dass ich dich irgendwann vergessen kann. Mein Herz hatte keine Chance und ich hatte keine, um es mitzunehmen, bevor ich gegangen bin.