Hinter den Kulissen

Hinter den Kulissen

Texte aus dem Tal – Hinter den Kulissen

Ich habe nicht den blassesten Schimmer, ob das jetzt überhaupt jemanden interessiert, aber so ein „über mich“
darf ja irgendwie nicht fehlen.

 

Ich habe mal gehört, dass so eine Seite recht wichtig ist, damit die Menschen wissen, wer hier überhaupt den ganzen Firlefanz schreibt. Eine von den Personen, von denen ich das gehört habe, hat dafür den schwarzen Peter gezogen und musste mich dafür interviewen.

Was dabei rausgekommen ist? Hier ist zumindest die Niederschrift von dem Interview, das in einer Bar in Wuppertal entstanden ist.
Viel Spaß hinter den Kulissen von Texte aus dem Tal


Es herrscht eine fröhliche Atmosphäre, als wir die Bar betreten. Aus allen Ecken hört man das Lachen der heiteren Gäste und die Kellnerinnen wirbeln um uns herum, als würden Sie sich auf einen Krieg vorbereiten. Dennoch werden wir freundlich empfangen und uns wird ein Tisch in der hintersten Ecke des Raumes angeboten.

Als die Kellnerin uns unsere Getränke bringt (einmal Rum-Cola und einmal Gin-Tonic), schaut sie uns nur komisch an. Auf dem Tisch liegen ein Notizbuch, ein Laptop und ein Fragenkatalog, was meiner Meinung nach nichts Außergewöhnliches darstellt. Gut, wir sehen wahrscheinlich mit dem ganzen Krempel ziemlich wichtig aus, haben aber nicht die Absicht, ins Scheinwerferlicht zu geraten.

Kaum, dass die Kellnerin uns den Rücken zugewandt hat, geht es auch schon los…


Fangen wir doch ganz einfach an. Wer bist Du eigentlich und wo kommst Du her?

Moin, mein Name ist Sven, ich bin 33 Jahre jung und komme aus Wuppertal. Für die, denen die Stadt nichts sagt, das ist die Stadt mit der Schwebebahn -die früher mal echt zuverlässig war- und dem neuen Primark. Damit haben wir mittlerweile zwei Dinge, mit denen die Menschen unser Tal in Verbindung bringen.

Jetzt wissen wir schon, wer Du bist und woher Du kommst. Aber was ist denn so hinter den Kulissen los? Wohnst Du alleine?

Als ob!
Selbstverständlich lebe ich nicht allein. Ich lebe mit Garfield und Lou zusammen, die mich wahrscheinlich nur dulden. Wir teilen uns ein Appartement und es ist schon fast wie in einer kleinen Kommune, wenn wir abends alle zusammen im Bett liegen. Ich denke, es ist klar, dass ich damit meine beiden Katzen meine.


Gerade als die nächste Frage gestellt werden soll, kommt die Kellnerin wieder und fragt, ob wir auch etwas essen möchten. Nachdem wir dankend abgelehnt haben, steht sie noch einen Moment an unserem Tisch und schaut neugierig auf die Unterlagen. Sie scheint schon vorab wissen zu wollen, wie es hinter den Kulissen aussieht. Doch wir wären nicht wir, wenn wir uns davon ablenken lassen würden, also weiter im Text…


Okay, Du lebst also mit deinen Katzen und ihr teilt euch ein Bett. Aber das teilst Du Dir doch bestimmt noch mit jemanden.

Negativ. Meine beiden Mitbewohner sind momentan die einzige Bindung, die ich habe. Irgendwie steh ich aktuell mit der Liebe auf Kriegsfuß, was aber auch nicht weiter schlimm ist. So habe ich mehr Zeit, um das zu machen, was ich eben mache.

Das ist ein gutes Stichwort. Was machst Du denn?

Schreiben, bis die Finger sich verknoten. Deswegen habe ich vor einiger Zeit auch den Blog Svensnville ins Leben gerufen. Sonst mache ich eigentlich kaum irgendwas.

Ein Schreiberling, der schreibt, wer hätte das gedacht? Aber worüber schreibst Du und wie kam es dazu?

Dein Ernst? Wenn ich jetzt anfange zu erzählen, wie es dazu kam, sitzen wir noch morgen hier und die Kellnerin fragt uns noch ein dutzend Mal, ob wir nicht doch die hausgemachten Nuggets probieren wollen.


Wie aufs Stichwort steht die Kellnerin wieder an unserem Tisch. Wir bestellen noch einmal die gleichen Drinks, doch sie scheint paralysiert von den ganzen Dingen auf unserem Tisch zu sein und fängt leicht zu grinsen an. Dabei wandert ihr Blick immer wieder zu meinem Kollegen, der auch sie ins Auge gefasst hat. Nicht zu verdenken, schließlich ist es eine hübsche junge Frau, mit langen braunen Haaren und einer zierlichen und dennoch fraulichen Statur, die ein wirklich süßes Lächeln hat. Nach ein paar Sekunden verabschiedet sie sich mit den Worten: „Kommt sofort.“, von unserem Tisch.


Dann verrate uns doch einfach, wie Du so hinter den Kulissen treibst.

Du weißt schon, dass die Kellnerin ein Auge auf Dich geworfen hat? Wenn Sie uns die Getränke bringt, solltest Du versuchen, mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Um auf Deine Frage zu antworten: Ich bin eher der ruhige Typ, der Menschenmassen meidet und sich wirklich gerne zurückzieht. Anstatt auf eine Party zu gehen, bleibe ich lieber den Abend zu Hause und lese oder schreibe eben. Ich kann mich zwar anpassen, bin aber kein großer Freund davon.

Sarkasmus und Ironie gehören für mich zum guten Ton, was ihr ja oft genug abbekommt. Danke übrigens, dass Du und die anderen Jungs und Mädels mich dafür noch nicht in die Wüste geschickt haben, obwohl manchmal schon nervend sein kann. Ich mag es spazieren zu gehen und einfach nur in Ruhe neue Kraft zu tanken und mich dabei vielleicht noch etwas inspirieren zu lassen.

Also sind die wilden Zeiten vorbei?

Was für wilde Zeiten? Wenn Du die Zeit meinst, wo die Nacht von Freitag bis Sonntag geht, dann kann ich das nur bestätigen. Ich träume davon irgendwie doch sesshaft zu werden und nicht mehr nächtelang um die Häuser zu ziehen. Hinter den Kulissen ist es also nicht unbedingt ein Abenteuer.


Kurz darauf steht wieder die Kellnerin an unserem Tisch und bringt uns die bestellten Getränke. Schon wundersam, dass wir den ganzen Abend von derselben Kellnerin bedient werden. Sonst wechseln die Kellner und Kellnerinnen hier bei so gut wie jeder Bestellung. Wieder ein Blick zu meinem Kollegen und ein leichtes Lächeln. Dann zögert sie einen Moment, dreht sich rum und geht wieder.
Ich rufe sie höflich wieder an unseren Tisch und frage, wann sie Feierabend macht. Als sie darauf „in 20 Minuten“ antwortet, frage ich schon einmal nach der Rechnung. Plötzlich sind fragende Blicke auf mich gerichtet, als hätte ich soeben das Versteck der Bundeslade verraten.
Sie druckt uns -offensichtlich noch immer verwundert- die Rechnung aus, welche ich anschließend begleiche.

Als ich aufstehe und meinen Mantel anziehe, fragt mein Begleiter mich, was nun mit dem Interview ist.
„Ich glaube, wir haben erstmal genug. Du bist aber noch längst nicht fertig, sondern wechselst nur gleich den Interviewpartner“, wobei ich zu der jungen Kellnerin sehe. An der Türe drehe ich mich noch einmal um und sehe zurück. Er und sie haben angefangen sich zu unterhalten…

Hinter den Kulissen

Wenn also noch Fragen aufkommen sollten, wer hinter dem Firlefanz hier steckt, dann schreibt mir einfach ´ne Mail.