Du warst es von Anfang an

Du warst es

Du warst es von Anfang an und wirst es immer sein

-Ich stehe vor dem verlassenen Theater-

Vor ungefähr einem Monat verließen wir das Theater durch verschiedene Ausgänge und die Türen schlossen sich hinter uns. Es sollte die letzte Vorstellung sein, welche ohne Publikum, sondern nur für uns gedacht, lief. Das Bühnenbild verschwand, während sich die Protagonisten -welche wir zu dieser Zeit kannten- ein letztes Mal verbeugten. Einander den Rücken zugewandt gingen wir in verschiedenene Richtungen und drehten uns nicht mehr rum. Der prunkvolle Schriftzug „Unsere Geschichte“ erlosch, während deine Schritte immer leiser wurden, bis sie schließlich komplett verstummten. Ich drehte mich noch einmal um und sah nur eine Straße, auf der auch die Laternen langsam erloschen, bis ich in völliger Dunkelheit stand.

In den folgenden Tagen konnte ich keinen klaren Gedanken mehr fassen und schrieb entweder über oder für dich, jedoch erreichten die Zeilen niemals ihr Ende. Ich schrieb, trank und erschuf mir selber einen Rausch, den ich jede freie Minute lebte.

Ich suchte immer wieder diesen unseren Platz auf und starrte einfach nur auf das leere Gebäude, in dem sich vor nicht sehr langer Zeit eine wundervolle Geschichte abspielte und welches in diesem Moment nur grau und trist eine dunkle Erinnerug darstellte.
Eines Tages -als ich das verlassene Theater wieder einmal anstarrte-, schaute ich einen Moment auf den Boden. Als ich meinen Kopf wieder hob, war das verlassene Gebäude verschwunden und an seiner Stelle erschien ein Park.

-Als ich den ersten Schritt machte, spürte ich, dass dies ein Schritt in ein neues, ein anderes Leben war-

Ich fühlte, wie die Selbstzweifel -welche mich in unserer gemeinsamen Zeit gequält haben-, langsam verschwanden und wie ich mit jedem weiterem Schritt einen Schritt in meine Richtung gemacht habe. Ich begann wieder zu sein und nicht nur zu existieren und dennoch hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, du würdest mich noch immer begleiten.

Meine Gedanken ertappte ich hin und wieder bei dem Versuch sich an das alte und verlassene Theater zu erinnern. Auch wenn ich ihnen an manchen Tagen zu gerne gefolgt wäre, konnte ich sie immer wieder in die Gegenwart lenken. Du jedoch warst auch in der Gegenwart immer präsent. Wenn ich mir etwas vorstellte, warst du immer der Mensch, mit dem ich diese Dinge erleben wollte. Wenn ich in einen Teich schaute, sah ich in der Spiegelung nicht nur mich, sondern immer uns beide.
Es schien, als würdest du mir noch immer deine Hand reichen, welche ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr greifen konnte.

Du warst es vielleicht ebenfalls leid und hast mit der Vergangenheit abgeschlossen, während du das verlassene Gebäude besucht hast. Vielleicht hatte sich auch bei dir etwas geändert, sodass du ebenfalls nicht mehr das Gebäude, sondern diesen blühenden Park sahst. Es wäre möglich, dass wir beide uns in diesem Park aufgehalten haben und nur jeder für sich diesen erst einmal erkunden musste. Ich habe mich dir in dieser Zeit immer verbunden gefühlt, auch wenn du nicht mehr in meinem Leben warst.

-Mir wurde klar, du warst es und wirst es immer sein-

Mit der Zeit dachte ich immer mehr darüber nach, dass ich schon mehrmals geliebt habe und dennoch diese Liebe zu dir ein komplett anderes Gefühl war. Vielleicht waren alle Beziehungen und all die Liebe, die ich zuvor empfand, nur eine Vorbereitung auf dich und die wahre Liebe.
Wie es so oft im Leben ist, habe ich dies leider erst erkannt, als es schon zu spät war. Du warst es, die mir Dinge gezeigt und gelehrt hat, die mir sonst noch niemand zuvor zeigen konnte. Du warst mehr als nur meine Frau, du warst meine Muse und zugleich mein größter Schwachpunkt. All dies wurde mir leider erst bewusst, als ich durch den Weg durch den Park langsam wieder zu mir fand. Mit jedem Schrit spürte ich, dass ich mir selbst näher kam, jedoch auch, dass ich ohne dich nicht vollständig sein würde.

Es waren -an einem dieser Tage- nur noch ein paar Schritte bis zum Ausgang

Ich dachte daran, dass ich mich zwar selbst gefunden habe und dennoch nicht komplett sein kann. Ich dachte darüber nach, worüber ich bei so vielen Besuchen im Park und auch schon bei den Besuchen des verlassenen Theaters nachdachte. Du warst es, die ich habe gehen lassen und ich war es, der sich verschloss, bis du gehen wolltest. Als ich gerade den Ausgang passieren und mich auf dem Heimweg machen wollte, standest du da und griffst nach meiner Hand.

-Wir verließen gemeinsam den Park und gingen zusammen nach Hause-

-Du warst es und wirst es immer sein-
Ich liebe Dich

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