Schreibblockade

Schreibblockade als Albtraum

Albtraum Schreibblockade

Die Straße ist noch dunkel und nur aus ein paar Fenstern scheint schon das Licht aus den Wohnungen zu schimmern. Die meisten Menschen schlafen noch und leben ihr Leben in ihren Träumen. Die Kaffeemaschine bricht für einen Moment die Stille, in der sonst nur das Ticken der Uhr zu hören ist. Die Uhr erscheint jedoch in diesem Augenblick mehr wie ein Metronom, das mir den Takt vorgibt, in dem ich schreiben sollte. Neben mir liegt mein Notizbuch, in dem ich in den vergangenen Tagen viele Ideen gesammelt habe. Ideen, die es verdient haben, niedergeschrieben zu werden. Ich suche in diesem Sammelsorium die just in dem Moment passende Idee heraus und habe sie gefunden: Albtraum Schreibblockade!

Die Angst vor dem Hindernis

In einem Kopf, in dem normalerweise Gedanken fahren wie Autos auf einer Autobahn am ersten Ferientag, herrscht plötzlich Stillstand. Dort wo sonst das Tippen auf der Tastatur den Raum erfüllt, ist außer dem Ticken der Uhr nur Stille zu hören. Eine Gedankenwelt, die sich sonst einer voller Pracht erfreut, verwandelt sich in eine triste und stille Welt. Der Blick auf das Notizbuch ist ein verzweifelter Hilferuf nach Kreativität. Die Angst vor dem Hindernis steigt. Ich habe schon viel von der Schreibblockade gehört, aber nie gedacht dass ich dieser selbst einmal unterliegen könnte. Jeder Versuch einen Satz zu tippen erweist sich als eine Aufgabe, die scheinbar nicht zu lösen ist und die Hoffnung auf einen Kuss der Muse wird zu einer Form von Panik, die mir langsam den Atem raubt. Große Schreiber haben schon von ihr berichtet und sie als etwas beschrieben, dass einem geistigen Suizig gleicht. Ich habe schon viel von ihr gehört, jedoch nie gedacht dass auch ich ihr eines Tages unterliegen könnte. Ich blicke erneut auf mein Notizbuch und warte vergebens darauf, dass der Funken Hoffnung zu einem gleisenden Licht wird. In Gedanken sehe ich mich schreiben, schreiben wie nie zuvor. In der Realität sitze ich jedoch mitten in der Nacht vor meinem Netbook und starre auf den weissen Monitor. Ich will nicht wahrhaben dass ich nicht schreiben kann und kämpfe noch immer mit der Angst vor dem Hindernis. Es erscheint mir wie ein Albtraum und ich hoffe einfach gleich schweißgebadet aufzuwachen und alles ist wie am Tag zuvor.

Die Erkenntnis

Nach langem Ringen mit mir selbst und meinen Gedanken muss ich mir jedoch langsam eingestehen, dass auch ich ihr nun unterliege. der Albtraum Schreibblockade ist nicht weiter nur ein Albtraum, sondern bittere Realität. Aber ich will nicht aufgeben, sondern will wie ein Soldat an die Front und gegen sie kämpfen. Der Griff nach Büchern erscheint mir nur logisch, aber auch dieser verzweifelte Versuch macht mich nur wütend. Ich lese was andere geschrieben haben und werde neidisch. Noch vor ein paar Stunden habe ich mich mit einer Arbeitskollegin darüber unterhalten, was das Schreiben mir bedeutet und dass ich ohne nicht mehr leben kann. Ich lese Dinge, die von mir geschrieben wurden und sie erscheinen mir fremd. Wie von einem anderen Menschen geschrieben, der nicht mit diesem Albtraum kämpfen muss und der in seiner Freiheit komplett aufgehen konnte. Ich blicke in den Spiegel und erkenne mich selbst nicht mehr. Zweifel an meiner Existenz ist der nächste Schritt einer Panikattacke, die mich auf den Boden sinken lässt.
Als ich am nächsten Morgen meiner Frau davon erzähle, schaut sie mich an als würde ich nur wieder eine Geschichte erzählen. Sie zweifelt daran, dass meine Kreativität wie von Ratten angefressen und zerfetzt vor mir liegt. Es sei doch nicht weiter schlimm, dass ich nicht schreiben könne, denn schließlich sei es ja nicht die Welt. Worte, die mir in diesem Moment wie ein Dolch vorkommen und mich tiefer treffen, als sonst etwas zuvor. Ich fühle mich jetzt nicht nur leer, sondern zudem auch noch gedemütigt, alleine gelassen mit meinem Albtraum, der Realität geworden ist.
Kann ich wirklich alles vergessen, was ich mir bis dahin aufgebaut habe? Welche Alternativen habe ich? Soll ich nun ein Leben ohne die Magie der Wörter leben und den Zauber vergessen? Soll ich tatsächlich so sein wie ich es nicht bin?

Erlösung

Schreibblockade lösen

Drei Tage sind nunmehr vergangen und ich kann noch immer kein Wort schreiben. Meine Gedanken hängen die ganze Zeit an einem weissen Monitor, der nur auf mich wartet. Ich denke an nichts anderes, kann nicht essen und die letzten Nächte waren eine Qual. Ich versuche mich abzulenken und schalte irgendeine bescheuerte Sendung ein. Es geht um Menschen, die mit ihrer schlechten Schauspielkunst andere Menschen erheitern. Mich hingegen macht es nur wütend. Drehbücher, die so schlecht geschrieben sind, dass man den Autoren wünscht, dass ihre Hände abfallen. Warum können nicht solche von einem solchen Albtraum verfolgt werden?
Mir reicht die Abwechslung und auf die Frage hin, ob ich so mein Leben verbringen möchte, setze ich mich ohne viel nachzudenken an mein Netbook. Ich versinke in Gedanken die ich nicht beschreiben kann und verfalle in einen Zustand, der einer Trance gleicht. Als ich nach einer unbestimmten Zeit wieder einen klaren Kopf bekomme, ist der weisse Monitor gefüllt mit Sätzen.
Ich bin scheinbar aus dem Albtraum Schreibblockade erwacht.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen